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10. August 2011
Die Mannschaft des EHC Uzwil hat die erste Phase des Sommertrainings überstanden. Morgen Donnerstag steht das erste Eistraining an. Bild: uno
Der EHC Uzwil hat seine «trockene Phase» des Sommertrainings beendet. Trainer Roger Bader zeigt sich zufrieden mit dem absolvierten Programm und stolz über die Leistungsbereitschaft seiner Schützlinge. Morgen Donnerstag geht es erstmals aufs Eis.
Herr Bader, sicherlich werden Sie mir jetzt wie alle Jahre sagen, dass Ihre Mannschaft noch nie ein so gutes Sommertraining absolviert habe.
Roger Bader: Das sage ich wirklich und es trifft auch zu. Wir absolvierten ein hervorragendes Sommertraining. Die Mannschaft wird topfit in die Saison steigen. Wir haben uns quantitativ und qualitativ gegenüber den Vorjahren deutlich gesteigert. Für mich besonders erfreulich, jeder Spieler hat eine grosse Leistungsbereitschaft an den Tag gelegt.
Wo haben Sie in den Trainings das Schwergewicht gelegt?
Bader: Wir haben das Krafttraining intensiviert und modernisiert. Gleichzeitig haben wir im Ausdauerbereich mehr Intervalltrainings bestritten als beispielsweise lange Läufe.
Und die Mannschaft zog stets mit, obwohl Sie als Trainer bekannt dafür sind, dass Ihre Trainings immer sehr streng sind?
Bader: Ich bin beeindruckt von meiner Mannschaft. Sie hat sehr gut mitgezogen und die Atmosphäre war auch bei den strengsten Trainings stets gut und positiv.
Morgen Donnerstag ist das erste Eistraining angesagt.
Ist die Vorfreude dafür gross oder hätten Sie gerne noch so wie bisher in diesem Sommer weitergemacht?
Bader: Nein, die Freude aufs Eis ist immer sehr gross. Uns steht eine klassische Eisvorbereitung bevor. Sie wird sehr kompakt sein und dauert lediglich sieben Wochen. Es gibt viele Clubs, die gehen viel früher aufs Eis. Wir machen das nicht. Einerseits deswegen, weil wir noch über kein eigenes Eis in Uzwil verfügen und auswärts Eis zu mieten, kostet immer viel Geld. Dafür hat das aber auch seinen Vorteil darin, dass die Spieler «gluschtig» aufs Eis sind und so wiederum bereit, stets die volle Leistung abzurufen.
Sie sind bekannt dafür, dass Sie oft bei prominenten Clubs und Trainern Ideen für ein abwechslungsreiches Training abholen. Werden die künftigen Eistrainings auch wieder Neuerungen für die Spieler bringen?
Bader: Ein guter Trainer muss sich stets weiterentwickeln und darf nicht glauben, alles immer wieder so zu machen, wie es schon einmal gemacht wurde. Ich will aber nicht nur bei anderen Eishockeyvereinen und -mannschaften über den Tellerrand blinzeln, sondern schaue auch bei anderen Sportarten rein, lasse mich dabei inspirieren und versuche danach, neue Ideen ins Training meiner Mannschaft einfliessen zu lassen. So etwas gehört zu einer stetigen Weiterentwicklung des Trainers und des Teams.
Zum Abschluss des Sommertrainings führten Sie mit Ihrer Mannschaft meistens ein sogenanntes Survival-Weekend durch. Dieses Jahr handelte es sich «nur» um einen Survival-Day und dieser musste erst noch wegen der misslichen Wetterbedingungen vorzeitig abgebrochen werden.
Bader: Ich würde nicht von einem Abbruch sprechen. Vielmehr haben wir für diesen Tag verschiedene Optionen vorgesehen, bei denen auch das Wetter eine Rolle spielen durfte. Deshalb kam vergangenen Sonntag die Schlechtwettervariante zum Zug.
Ab Beginn Eistraining kommt es auch wieder zu diversen Vorbereitungsspielen. Nach welchen Kriterien wählt ein Trainer seine Gegner aus?
Bader: Ich habe immer gewisse Vorstellungen bezüglich des Gegners. Wichtig ist, dass wir dabei möglichst viele Spielsituationen hinsichtlich der Meisterschaft testen können. Ich spiele in der Vorbereitung auch gerne gegen den Aufsteiger. So können wir diesen Gegner bereits etwas kennenlernen. Wir haben acht Vorbereitungsspiele geplant. Eine Anzahl, die ich als vernünftig empfinde.
Ihre Mannschaft hat ein neues Gesicht erhalten und ist gleichzeitig noch jünger geworden. Wie bezeichnen Sie den aktuellen Charakter Ihres Teams.
Bader: Dieses Team wird sich auszeichnen durch Schnelligkeit, Lauffreudigkeit, durch Kampfbereitschaft und Biss. Nicht zu vergessen: durch ein starkes Kollektiv. Die Mannschaft verfügt über einen ausserordentlichen Teamgeist und ist auch sehr entwicklungsfähig. Der Mannschaft fehlt es vielleicht noch etwas an Erfahrung. Ich habe aber lieber entwicklungsfähige Spieler als sogenannt Erfahrene, die dann doch nicht das leisten, was von ihnen erwartet wird.
Besteht innerhalb des Vereins für die erste Mannschaft bereits jetzt eine formulierte Zielsetzung oder heisst diese wie alle Jahre wieder «Erreichen der Playoffs»?
Bader: Tatsächlich sollen auch in der nächsten Saison die Playoffs erreicht werden. Dafür werden wir aber den einen oder anderen Favoriten auf diese Plätze bezwingen müssen. Etliche Mannschaften in der 1. Liga verfügen über ein massiv grösseres Budget als der EHC Uzwil und «müssen» in die Playoffs einzuziehen. Für uns gilt es deshalb, den einen oder anderen Gegner zu ärgern.
Eishockey verlagert sich immer mehr in die Grossstädte. Spürt das der EHC Uzwil auch?
Bader: Die talentierten Nachwuchsspieler wechseln tatsächlich viel früher zu den grossen Clubs. Das hat seine Vor- und Nachteile. Für Uzwil ist das eher ein Nachteil. Aktuell gibt es bei den Kloten Flyers oder beim ZSC rund zehn Jugendliche mit Uzwiler Wurzeln. Diese werden aber bereits nicht mehr als Uzwiler Spieler wahrgenommen. Diese Situation ist jetzt halt so und an uns liegt es, das beste aus der Situation zu machen. Wir haben uns einen Namen geschaffen, dass junge Spieler, die einen Schritt weitergehen möchten, bei uns einen Platz im Team finden, zu genügend Eiszeit kommen und Verantwortung übernehmen können.
Die Eiszeit steht an, auf was freuen Sie sich am meisten in den nächsten sieben Wochen?
Bader: Grundsätzlich aufs Eis, auf die Eistrainings und vor allem auf das Trainingslager, welches wir wiederum in Füssen bestreiten werden. Schade, dass der EHC Uzwil in seiner Halle erst sehr spät Eis haben wird. Uns kostet das nicht nur viel Geld, um zu trainieren, sondern verlangt von mir grosses Organisationstalent und von den Spielern grosse Flexibilität. Ab September sind wir dann aber wieder zu Hause und das ist ein grosser Grund zur Freude.
Interview: Urs Nobel