EHC Uzwil

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26. September 2011

Die Anhänger des EHC Uzwil genossen die besondere Atmosphäre im Hallenstadion und liessen sich auch etwas einfallen. Bild: Pascal Bättig

Spektakel ohne Happy End

Dank einer Tourismus-Werbeaktion von Arosa spielte der EHC Uzwil am vergangenen Samstag zum Saisonauftakt im Zürcher Hallenstadion. Die Partie gegen den EHC Arosa wurde jedoch aus sportlicher Sicht nicht zum Höhepunkt für die St. Galler.

RAPHAEL AMMANN

ZÜRICH. Die Vorfreude auf das vermeintliche Rekordspiel war auf beiden Seiten riesig. Und sie war auch berechtigt. Wann sonst kann man als 1.-Liga-Eishockeyspieler im Hallenstadion vor rund 5000 Zuschauern auflaufen und sein Können unter Beweis stellen? Bei einigen Akteuren wechselte die Vorfreude allerdings bald in Übermotivation. Uzwil wie auch Arosa leisteten sich viele Fehlpässe. Die Tatsache, dass es sich um die erste Meisterschaftsrunde handelte, trug ebenfalls zum unspektakulären Auftakt bei. Trotz hoher Fehlerquote war es das Heimteam aus Arosa, das nach vier Minuten den ersten Treffer feiern konnte. Je länger das erste Drittel dauerte, umso mehr nahmen die Uzwiler das Spielgeschehen in ihre Hände. Trotz einigen guten Schüssen konnten sie daraus jedoch kein Kapital schlagen.

Nur in Überzahl gefährlich

Die Schlussminuten des ersten Drittels liessen die zahlreich erschienenen Uzwil-Anhänger auf eine positive Spielentwicklung hoffen. Doch schon nach fünf Minuten im Mitteldrittel folgte der Dämpfer. Die Bündner erhöhten in Überzahl auf 2:0. Uzwil wurde vor allem im Powerplay gefährlich. Sie brachten ihre Gegner immer wieder stark in Bedrängnis. Bei fünf gegen fünf agierte der EHC Uzwil jedoch zu harmlos. Es fehlte sichtlich die letzte Entschlossenheit. Vor allem dort, wo es weh tut, nämlich direkt vor dem gegnerischen Gehäuse, waren sie viel zu selten anzutreffen. Der EHC Arosa seinerseits nutzte die wenigen Chancen, die er hatte. Kurz vor der zweiten Pausensirene bauten die Aroser ihre Führung auf 3:0 aus.

Aufholjagd kam zu spät

Uzwil wankte, fiel aber nicht. Im Gegenteil: Die St.Galler legten im Schlussabschnitt einen Gang zu und kamen in der 47. Minute durch Alain Rüfenacht zum verdienten ersten Treffer. Dieses Tor beflügelte das Gastteam. Sie setzten sich nun vermehrt in der offensiven Zone fest und durften in der 54. Minute gar den Anschlusstreffer bejubeln. Nun kam doch noch Spannung auf im Hallenstadion. Der dritte Treffer blieb jedoch trotz guten Chancen aus. Uzwil-Trainer Roger Bader meinte nach dem Spiel: «Wir haben im letzten Drittel klar dominiert und hätten Punkte verdient gehabt.» Damit hat er zwar recht, doch reicht ein gutes Drittel meist nicht, um eine Partie zu gewinnen. Die Gelegenheit, es besser zu machen, bietet sich am Samstag in Uzwil gegen Bülach.

EHC Arosa – EHC Uzwil 3:2 (1:0, 2:0, 0:2) Hallenstadion – 5086 Zuschauer – Sr. Boverio, Lebeda/Blatti

Tore: 4. Schett (Pfister, Ziegler) 1:0; 25. Schett (Ziegler, Marugg) 2:0; 37. Tischhauser (Kuppelwieser) 3:0; 47. Rüfenacht (Locher, Fisch) 3:1; 54. Fehlmann (Steiner) 3:2.

Strafen: 4mal 2 Min. gegen Arosa. 4mal 2 Min. gegen Uzwil.

Uzwil: Gallmann; Frick, Bischof; Hollenstein, Hofer; Rüfenacht, Marzan; Sturzenegger, Steiner; Fisch, Swart, Fehlmann; Scherrer, Bucher, Stoob; Heid, Koch, Frei; Locher, Sinnathurai, Hohlbaum.

Arosa: Klingler; Tischhauser, Kuppelwieser; Marugg, Rietberger; Figini, Gerhard; Kühne, Rada; Ziegler, Pfister, Schett; G. Cola, Capaul, Schlup; Thöny, Hostettler, Mazza; Altmann, Schmid.

Bemerkungen: Uzwil ohne Stüssi, Klopfer (beide verletzt) und Grau (Ausland). 36. Pfostenschuss Rada. Uzwil ab 59:33 ohne Torhüter.

Die Hälfte des Rekords geschafft

Ende Juni wartete der EHC Arosa mit einer gewagten Vision auf: Die Bündner wollten beim ersten Meisterschaftsspiel gegen den EHC Uzwil das 10600 Zuschauer fassende Hallenstadion füllen und damit einen neuen Rekord in der 1. Liga aufstellen. Dies erreichte man knapp zur Hälfte – es erschienen 5086 Fans. Trotzdem ist diese Zahl aussergewöhnlich für ein Spiel der dritthöchsten Schweizer Eishockeyliga. Der Uzwiler Rückkehrer Steve Fisch meinte kurz nach dem Match: «Es ist schon speziell, hier aufzulaufen. Während der Partie ist man aber voll auf das Spiel konzentriert. » Während die meisten Akteure des EHC Uzwil erstmals vor einer solchen Kulisse spielten, war es für Trainer Roger Bader keine neue Erfahrung. «Ich war elf Jahre Assistenztrainer in der NLA, da habe ich schon viele solche Partien erlebt. Aber für die meisten Spieler war es natürlich etwas ganz Besonderes.» Angesprochen auf den Eindruck, den seine Mannschaft in Zürich hinterlassen habe, sagte Bader: «Ich denke, wir haben den EHC Uzwil gut verkauft. Die neutralen Zuschauer werden sich auch an den Verlierer erinnern.» Speziell war die Partie auch für die vielen Uzwilerinnen und Uzwiler, die mitgereist waren. Einige zeigten sich dabei kreativ. So erschienen zwei weibliche Fans in einem Habicht-Kostüm, dem Symboltier des Clubs. Dazu liessen sich fünf Männer je einen Buchstaben des Wortes «UZWIL» auf den Bauch malen und sassen respektive standen in entsprechender Reihenfolge nebeneinander. Drei Stunden nach Ende der 1.-Liga-Partie fand der NLA Match zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos statt. Ihm wohnten mit 10105 Fans knapp doppelt so viele wie am Nachmittag bei. Unter den Zuschauern waren auch die Schützlinge von Roger Bader, die sich für kommende Spiele inspirieren liessen.
Pascal Bättig

Impressionen

Bild: www.wiemann-mediendesign.ch

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