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5. Januar 2012
Die Uzwiler kämpften um jeden Zentimeter. (Bild: dom)
Der EHC Uzwil scheint in dieser Saison in den Derbys speziell gute Nerven zu haben. Auch das Heimspiel gegen den SC Herisau konnten die Untertoggenburger mit 4:2 (1:0; 2:2; 1:0) für sich entscheiden. Damit behalten die Uzwiler was die Derby-Bilanz anbelangt in dieser Saison eine weisse Weste.
DOMINIK MOSER
Die Uzwiler zeigten sich von Beginn weg wenig beeindruckt vom Gegner, drückten mächtig aufs Tempo und zeigten vor über 800 Zuschauer vor allem im ersten Drittel eine ausgezeichnete Leistung. Das daraus nur eine 1:0 Führung resultierte, daran haben sich die Zuschauer in der Uzehalle in dieser Saison schon fast gewöhnt.
Einzig die Chancenauswertung
In der achten Spielminuten trafen Stoob und Scherrer innerhalb von 15 Sekunden zweimal die Torumrandung. Auch der wirblige Fisch hatte den Führungstreffer mehrfach auf der Stockschaufel. In der 11. Minute lenkte Uzwils Captain Yannick Bucher ein harmloses Schüsschen von Heid unhaltbar zur 1:0 Führung ab. Wenige Sekunden vor Drittelende hätte Stüssi in Unterzahl die Führung ausbauen können, als er alleine aufs Herisauer Tor losziehen konnte. Doch der Routinier brachte die Scheibe nicht im Tor unter, was symptomatisch für das erste Drittel war.
Auch Trainer Roger Bader zeigte sich äusserst zufrieden mit dem Gezeigten seiner Mannschaft: «Bis auf die Chancenauswertung und das schwache 5-gegen-3 Überzahlspiel kurz vor Drittelsende waren dies unsere besten 20 Minuten in dieser Saison.»
Entscheidender Penalty
Die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich in der 34. Minute, als Marc Grau alleine auf Herisaus Torhüter Haller los zog und von Diener nur noch regelwidrig gestoppt werden konnte. Den fälligen Penalty verwandelte der 17-jährige Uzwiler mit grosser Coolness. Zuvor gelang es Luca Homberger und Simon Schnüriger die Partie zweimal auszugleichen. Der Uzwiler Cédric Fehlmann war in der 25. Minute für das 2:1 besorgt.
Besseres Kollektiv
Im Schlussdrittel steigerten sich die Appenzeller zwar, doch zwingende Chancen konnten sie keine herausspielen. 41 Sekunden vor Schluss gelang Scherrer mit dem Treffer ins leere die Entscheidung.
Der Uzwiler Sieg geht absolut in Ordnung. Das Heimteam zeigte sich als besseres Kollektiv und überzeugte mit ihrem gradlinigen Spiel nach vorne. Den grössten Unterschied zwischen den beiden Mannschaften zeigte sich im Spielaufbau. Gerade in diesen Belangen überzeugten die Uzwiler in dieser Saison nicht immer. Treten sie jedoch in den restlichen Spielen so auf, können sie jeden Gegner schlagen.
EHC Uzwil – SC Herisau 4:2 (1:0, 2:2, 1:0) Uzehalle – 803 Zuschauer – Sr. Schenk (Blumenthal, Baum)
Tore: 11. Bucher (Heid, Fehlmann) 1:0; 21. L. Homberger (Vlk, Rohner) 1:1; 25. Fehlmann 2:1; 29. Schnüriger (Aerni) 2:2; 34. Grau (Penalty!) 3:2; 60. Scherrer 4:2.
Strafen: 6-mal 2 Min. gegen Uzwil; 4-mal 2 Min. gegen Herisau.
Uzwil: Gallmann; Bischof, Frick; Heid, Bucher, Fehlmann; Rüfenacht, Hollenstein; Stoob, Stüssi, Scherrer; Hofer, Klopfer; Fisch, Sinnathurai, Jeitziner; Sturzenegger, Steiner; Puntus, Locher, Grau.
Herisau: Haller; Diacon, Schnüriger; Vlk, L. Homberger, Rohner; Lipp, Diener; Aerni, Ammann, Breitenmoser; Hohl, Schumacher; Hendry, Steimer, Butty; Koller, Müller, K. Homberger.
Bemerkungen: Uzwil ohne Frei und Swart (beide verletzt). Herisau ohne Schüepp (verletzt). 8. Pfostenschuss Stoob; 8. Lattenschuss Scherrer; 58. Pfostenschuss Fisch. 59. Time-out Herisau. Herisau ab 59.01 ohne Torhüter dafür mit 6. Feldspieler.
HC Ceresio - EHC Frauenfeld 1:3
EHC Dübendorf - EHC Bülach 1:3
HC Chiasso - Pikes Oberthurgau 0:3
EHC Winterthur - EHC Chur 2:0
EHC Arosa - EHC Wetzikon 4:1
1. EHC Winterthur 19/44
2. EHC Bülach 19/39
3. EHC Dübendorf 19/35
4. SC Herisau 19/33
5. EHC Frauenfeld 19/32
6. Pikes Oberthurgau 18/29
7. EHC Chur Capricorns 19/26
8. HC Chiasso 19/25
9. HC Ceresio 19/24
10. EHC Uzwil 19/22
11. EHC Arosa 19/20
12. EHC Wetzikon 19/13
Motivationsspritzen zum Derby
Ein Sportler ist von seiner Grundeinstellung her ein Typ Mensch, der bei der Ausübung seiner sportlichen Leidenschaft mit viel Motivation zu Werke geht. Doch im Verlaufe einer Saison gibt es gewisse Partien, da ist man als Spieler besonders motiviert. Zu diesen Spielen gehören auch die Derbys, die oft ihre eigenen Gesetze haben und in denen es eigentlich keinen Favoriten gibt.
Die Uzwiler Spieler waren vor dem Derby gegen Herisau bestimmt bis in die Haarspitzen motiviert. Denn zum einen erreichte die Mannschaft vor dem Spiel die freudige Nachricht des Verbandes, dass das Verbandssportgericht dem Rekurs des EHC Uzwil betreffend dem Spielfeldprotest der Pikes EHC Oberthurgau stattgegeben hat und das Spiel nicht wiederholt werden muss.
Zum anderen spielten auf Herisauer Seite nicht weniger als fünf Spieler, die noch letzte Saison den Habicht auf der Brust trugen. Luca Homberger war einer von ihnen: «Es war für mich ein sehr spezielles Spiel. Jetzt weiss ich, wie unangenehm es ist gegen Uzwil spielen zu müssen. Durch das intensive Forechecking hast du kaum Zeit.» Der Stürmer überzeugte übrigens bei seiner Rückkehr in die Uzehalle mit einem Tor und wurde im Anschluss als bester Herisauer Spieler ausgezeichnet. (dom.)